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>> Aktuelle Andacht 

Herzlich willkommen

Chistiane_Schmidt_2017_1aUnsere Kirchengemeinde lebt in einer Stadt und in Gebäuden, die bis auf den heutigen Tag sehr von der Zeit der Reformation geprägt sind. Wir sind zu Hause in zwei Kirchen: der Stadtkirche St.Marien, die mit dem höchsten Turm von Torgau weit ins Land grüßt und seinerzeit als Hofkirche fungierte. In ihr wurden prunkvolle Hochzeiten gefeiert und wichtige Persönlichkeiten begraben, so die geliebte Gemahlin Johanns des Beständigen Herzogin Sophie von Mecklenburg. Zu ihrem Gedenken ließ der Kurfürst Lucas Cranach d.Ä. ein Altarbild mit den "14 Nothelfern" malen. Auch Katharina Luther geb. von Bora liegt in der Stadtkirche begraben. Die andere Kirche ist die berühmtere: die von Martin Luther am 5.10.1544 höchstpersönlich in Dienst genommene Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels, der erste protestantische Kirchenneubau überhaupt. Im Gebäude der "Alten Superintendentur" in der Wintergrüne 2, die 1529 als erste ihrer Art eingerichtet wurde und in der 1530 die "Torgauer Artikel" von Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen in Vorbereitung des Reichstages in Augsburg verfasst wurden, befinden sich heute unsere Gemeinderäume.

Unsere Gemeinde gehört mit ihren ca. 1850 Mitgliedern zum Kirchenkreis Torgau-Delitzsch, dem einzigen Kirchenkreis der EKM (Evangelische Kirche Mitteldeutschlands) auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen.

Wir sind eine traditionelle Gemeinde mit Kinder-, Konfirmanden-, Jugend-, Erwachsenen und Seniorenkreisen. Einen besonders hohen Stellenwert hat bei uns die Kirchenmusik. Unser Kantor ist der 25. Nachfolger des "evangelischen Urkantors" Johann Walter, der 1526 in Torgau mit sangesfreudigen Bürgern eine Stadtkantorei gründete, die zum Vorbild des evangelischen Kantoreiwesens werden sollte. Noch heute singen (nicht nur) Torgauer in der Johann-Walter-Kantorei, im Küken- und im Kinderchor und helfen mit, die Tradition zu bewahren und lebendig zu halten. Dazu trägt auch das jährlich neu aufgelegte umfangreiche Konzertprogramm in unseren Kirchen bei.

Von Kurfürst Johann Friedrich, dem zeitlebens großen Unterstützer der Reformation, hat unsere Gemeinde das Leitmotiv übernommen: "Verbum Domini Manet In AEternum (VDMIAE) - Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit." (nach Jesaja 40,8)

Wir freuen uns über Ihr Interesse und bieten Ihnen auf dieser hompage weitere Informationen an. Natürlich würden wir uns auch über eine persönliche Begegnung freuen - wir laden Sie herzlich dazu ein!

Pfarrerin Christiane Schmidt


Andacht 

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich schreibe diese Zeilen an dem Tag, da der Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York stattfindet. Was wird er bringen? Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat den versammelten Regierungschefs und anderen Delegierten vorgeworfen, beim Aufhalten des Klimawandels versagt und eigentlich immer nur Geld und Gewinne und noch weiter wachsenden Wohlstand für sich selbst im Blick zu haben. Sie setzen damit die Zukunft der Kinder auf‘s Spiel!

Man mag von Greta Thunberg halten, was man will – die weltweite „fridays for future“-Bewegung, die auf ihren Schulstreik vor dem schwedischen Parlament zurück geht, ist aber womöglich die letzte Chance, die Mächtigen zu tatsächlich wirksamem Handeln zu bewegen! Mir geht in letzter Zeit immer mal ein Lied aus unserem Gesangbuch durch den Kopf. Es ist etwas mehr als 50 Jahre alt ... und spricht doch sehr aktuell in unsere Zeit:
1. Gib frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf. Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt. Wir rufen: Herr, wie lange? Hilf uns, die friedlos sind.

Ja, unsere Welt nimmt schlimmen Lauf, sowohl was das Klima, die Natur angeht als auch die gesellschaftlichen Verhältnisse. In Zeiten, wo Staatenlenker Fakten zu fake news erklären und ihre Weltsicht unbedacht via twitter verbreiten, wo viele Wirtschaftsbosse die Welt nur noch mit Dollaraugen sehen und anstatt Armen zu helfen lieber neue Grenzen gebaut werden, wissen viele nicht mehr, worauf sie noch hoffen dürfen.
2. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr. Es wird so viel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr. Die Horizonte grollen, der Glaube spinnt sich ein. Hilf, wenn wir weichen wollen, und lass uns nicht allein.

Ja, die Erde wartet auf Frieden! Die Menschen möchten gern wieder auf eine gute Zukunft hoffen können! Viele hier bei uns haben sich auf ihr privates Glück zurückgezogen und wollen nicht gestört werden. Sie fürchten, etwas von ihrem Wohlstand abgeben zu müssen oder irgendwie zu kurz zu kommen – dabei geht es uns, statistisch gesehen, so gut wie nie. An anderen Orten der Welt wird dagegen sehr wohl existentiell gelitten.
3. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt. Du hast für uns gelitten, hast unsern Streit erwählt, damit wir leben könnten, in Ängsten und doch frei, und jedem Freude gönnten, wie Feind er uns auch sei.

Kann unser Glaube uns aus der Bredouille helfen? Hat nicht Jesus selbst uns das Rüstzeug gegeben, um so zu leben, dass es unseren Nächsten und der Welt zum Heil hilfreich ist? Was würde Jesus uns sagen, wenn er unse- re vergifteten Debatten hören und die Hassbotschaften in Internet lesen könnte? Heißt das Gebot Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ nicht auch, dass wir nur so mit unseren Nächsten reden und umgehen sollen, wie wir selbst gern angesprochen und behandelt werden wollen?
4. Gib Frieden, Herr, gib Frieden: denn trotzig und verzagt hat sich das Herz geschieden von dem, was Liebe sagt! Gib Mut zum Händereichen, zur Rede, die nicht lügt, und mach aus uns ein Zeichen dafür, dass Friede siegt.
Text: Jürgen Henkys (1980) 1983 nach dem niederländischen »Geef vrede, Heer, geef vrede« von Jan Nooter 1963.

Wir können es besser machen! Wir können ein Zeichen setzen! Wenn wir denen gegenüber, die uns begegnen, offen und aufrichtig sind, wenn wir zuhören und nachfragen, anstatt andere zuzutexten, wenn wir uns auf die Kraft des Gebets besinnen und nicht nachlassen im Bemühen, unsere Welt ein bisschen friedvoller, ein bisschen lebensfreundlicher zu gestalten! Machen Sie mit!