• churchnight-tg-2019-slider.jpg
  • marien2.jpg
  • orgel-kktd.jpg
  • slider-06-17d.jpg
  • slider-07-17b.jpg
  • slider-10-17a.jpg
  • slider-10-17b.jpg
  • slider-10-17c.jpg
  • slider-DSCN0293.jpg
  • slider-IMG_0703.jpg
  • slider-IMG_0712.jpg
  • slider-li17.jpg
  • slider-nothelfer.jpg

>> Aktuelle Andacht 

Herzlich willkommen

Chistiane_Schmidt_2017_1aUnsere Kirchengemeinde lebt in einer Stadt und in Gebäuden, die bis auf den heutigen Tag sehr von der Zeit der Reformation geprägt sind. Wir sind zu Hause in zwei Kirchen: der Stadtkirche St.Marien, die mit dem höchsten Turm von Torgau weit ins Land grüßt und seinerzeit als Hofkirche fungierte. In ihr wurden prunkvolle Hochzeiten gefeiert und wichtige Persönlichkeiten begraben, so die geliebte Gemahlin Johanns des Beständigen Herzogin Sophie von Mecklenburg. Zu ihrem Gedenken ließ der Kurfürst Lucas Cranach d.Ä. ein Altarbild mit den "14 Nothelfern" malen. Auch Katharina Luther geb. von Bora liegt in der Stadtkirche begraben. Die andere Kirche ist die berühmtere: die von Martin Luther am 5.10.1544 höchstpersönlich in Dienst genommene Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels, der erste protestantische Kirchenneubau überhaupt. Im Gebäude der "Alten Superintendentur" in der Wintergrüne 2, die 1529 als erste ihrer Art eingerichtet wurde und in der 1530 die "Torgauer Artikel" von Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen in Vorbereitung des Reichstages in Augsburg verfasst wurden, befinden sich heute unsere Gemeinderäume.

Unsere Gemeinde gehört mit ihren ca. 1850 Mitgliedern zum Kirchenkreis Torgau-Delitzsch, dem einzigen Kirchenkreis der EKM (Evangelische Kirche Mitteldeutschlands) auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen.

Wir sind eine traditionelle Gemeinde mit Kinder-, Konfirmanden-, Jugend-, Erwachsenen und Seniorenkreisen. Einen besonders hohen Stellenwert hat bei uns die Kirchenmusik. Unser Kantor ist der 25. Nachfolger des "evangelischen Urkantors" Johann Walter, der 1526 in Torgau mit sangesfreudigen Bürgern eine Stadtkantorei gründete, die zum Vorbild des evangelischen Kantoreiwesens werden sollte. Noch heute singen (nicht nur) Torgauer in der Johann-Walter-Kantorei, im Küken- und im Kinderchor und helfen mit, die Tradition zu bewahren und lebendig zu halten. Dazu trägt auch das jährlich neu aufgelegte umfangreiche Konzertprogramm in unseren Kirchen bei.

Von Kurfürst Johann Friedrich, dem zeitlebens großen Unterstützer der Reformation, hat unsere Gemeinde das Leitmotiv übernommen: "Verbum Domini Manet In AEternum (VDMIAE) - Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit." (nach Jesaja 40,8)

Wir freuen uns über Ihr Interesse und bieten Ihnen auf dieser hompage weitere Informationen an. Natürlich würden wir uns auch über eine persönliche Begegnung freuen - wir laden Sie herzlich dazu ein!

Pfarrerin Christiane Schmidt


Andacht 

Liebe Leserinnen und Leser,

Nun ist er da, der langersehnte Frühling und wir feiern das Fest der Auferstehung Jesu, den Sieg des Lebens über den Tod. In diesem Jahr sehnen wir uns vielleicht besonders nach neuem, wieder pulsierendem Leben! Ein Jahr mit vielfältigen Einschränkungen liegt hinter uns. Manche hat es schwer getroffen: sie sind selbst krank geworden oder haben einen lieben Angehörigen an die Krankheit verloren; oder sie haben ihre Arbeit verloren, weil die Corona-Schutzmaßnahmen ihre Firmen schwer getroffen haben; oder sie sind am Ende ihrer Kräfte, weil die ganze Situation sie einfach überfordert. Viele sind genervt von dem Hickhack um die nötigen Maßnahmen, vom Hin- und Her von Verboten und Lockerungen, von der Unsicherheit jeglicher Planung. Vermutlich alle sehnen sich nach einer Rückkehr zur Normalität, nach Begegnungen im Freundeskreis, nach Nähe ohne Reglementierung.

Da hebt es die Stimmung, wenn wenigstens in der Natur alle Weichen auf neues Leben und neue Freiheit gestellt werden. Die Vögel fangen endlich lebenslustig an zu singen und bauen ihre Nester, die Bäume treiben Blüten und frisches Grün und aus dunkler, scheinbar toter Erde bricht überall sichtbar neues buntes Leben hervor. Das Leben nimmt an Fahrt auf – auch für unser Leben hoffen wir das!

Wir wollen auferstehen aus den vielfach lähmenden Bedingungen, die uns durch die nötigen Schutzmaßnahmen vorgegeben sind. Wir wollen uns wieder auf den Weg machen zueinander, um uns zu besuchen, um miteinander zu feiern, um uns gegenseitig wieder in die Augen sehen zu können. Wir wollen uns endlich wieder anderen wichtigen Themen zuwenden und unsere Energie dafür einsetzen.

Wir sehnen uns nach Auferstehung! Haben wir dabei auch Jesus im Blick? Jesus hat den Tod entmachtet und besiegt. Er ist auferstanden von den Toten zum ewigen Leben.
Soweit denken wir noch nicht – uns würde schon eine Rückkehr zu dem Leben, was wir vor Corona gelebt haben, reichen. Aber ein Zurück gibt es nicht, gab es für Jesus nicht und wird es auch für uns nicht geben. Es wird anders sein, unser Leben nach bzw. noch lange mit Corona. Es wird eine Neuorientierung nötig sein, auch eine Neuausrichtung, die in unserem Leben möglicherweise bisher unbekannte Akzente setzen wird und auch eine Chance ist. Längst haben aufmerksame Zeitgenossen bemerkt, dass man auch in Deutschland wunderbar Urlaub machen kann: in der Sächsischen Schweiz etwa oder an den Mecklenburger Seen... Längst ist die Erkenntnis bei vielen gereift, dass Freundschaften und Familie ein hohes Gut sind, die man pflegen muss. Längst mussten viele schmerzlich lernen, wie unsinnig es ist, sich bis über beide Ohren schon über Monate hinweg zu verplanen, denn es kann über Nacht leicht anders werden... Viele haben auch längst begriffen, dass ein Film oder Musik aus der Konserve niemals das starke Erleben eines Live-Events in Kino oder Konzerthaus ersetzen kann. Und alle, die in den vergangenen Wochen im Gottesdienst waren und die Lieder immer nur lesen durften anstatt selber zu singen, können ein trauriges Lied über die fehlende emotionale Beteiligung singe

Das alles ist aber relativ belanglos, wenn man sich den überwältigenden Perspektivwechsel vor Augen führt, den die Auferstehung Jesu mit sich bringt und der auch auf uns wartet. Jesus ersteht auf zu ewigem Leben und bereitet auch uns den Weg. Wir dürfen Hoffnung haben und zuversichtlich sein. Alles Schwere, auch der Tod hat zwar seinen Platz in unserem Leben, aber nicht das letzte Wort! Und bis es so weit ist, dürfen wir uns an den vielen kleinen Neuanfängen und Auferstehungen freuen, die Gott uns in unserem Leben immer wieder schenkt.

Bleiben Sie behütet! Ihre Pfarrerin Christiane Schmidt