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>> Aktuelle Andacht Oktober & November 2018

Herzlich willkommen

Chistiane_Schmidt_2017_1aUnsere Kirchengemeinde lebt in einer Stadt und in Gebäuden, die bis auf den heutigen Tag sehr von der Zeit der Reformation geprägt sind. Wir sind zu Hause in zwei Kirchen: der Stadtkirche St.Marien, die mit dem höchsten Turm von Torgau weit ins Land grüßt und seinerzeit als Hofkirche fungierte. In ihr wurden prunkvolle Hochzeiten gefeiert und wichtige Persönlichkeiten begraben, so die geliebte Gemahlin Johanns des Beständigen Herzogin Sophie von Mecklenburg. Zu ihrem Gedenken ließ der Kurfürst Lucas Cranach d.Ä. ein Altarbild mit den "14 Nothelfern" malen. Auch Katharina Luther geb. von Bora liegt in der Stadtkirche begraben. Die andere Kirche ist die berühmtere: die von Martin Luther am 5.10.1544 höchstpersönlich in Dienst genommene Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels, der erste protestantische Kirchenneubau überhaupt. Im Gebäude der "Alten Superintendentur" in der Wintergrüne 2, die 1529 als erste ihrer Art eingerichtet wurde und in der 1530 die "Torgauer Artikel" von Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen in Vorbereitung des Reichstages in Augsburg verfasst wurden, befinden sich heute unsere Gemeinderäume.

Unsere Gemeinde gehört mit ihren ca. 1850 Mitgliedern zum Kirchenkreis Torgau-Delitzsch, dem einzigen Kirchenkreis der EKM (Evangelische Kirche Mitteldeutschlands) auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen.

Wir sind eine traditionelle Gemeinde mit Kinder-, Konfirmanden-, Jugend-, Erwachsenen und Seniorenkreisen. Einen besonders hohen Stellenwert hat bei uns die Kirchenmusik. Unser Kantor ist der 25. Nachfolger des "evangelischen Urkantors" Johann Walter, der 1526 in Torgau mit sangesfreudigen Bürgern eine Stadtkantorei gründete, die zum Vorbild des evangelischen Kantoreiwesens werden sollte. Noch heute singen (nicht nur) Torgauer in der Johann-Walter-Kantorei, im Küken- und im Kinderchor und helfen mit, die Tradition zu bewahren und lebendig zu halten. Dazu trägt auch das jährlich neu aufgelegte umfangreiche Konzertprogramm in unseren Kirchen bei.

Von Kurfürst Johann Friedrich, dem zeitlebens großen Unterstützer der Reformation, hat unsere Gemeinde das Leitmotiv übernommen: "Verbum Domini Manet In AEternum (VDMIAE) - Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit." (nach Jesaja 40,8)

Wir freuen uns über Ihr Interesse und bieten Ihnen auf dieser hompage weitere Informationen an. Natürlich würden wir uns auch über eine persönliche Begegnung freuen - wir laden Sie herzlich dazu ein!

Pfarrerin Christiane Schmidt


Andacht Oktober & November 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

was trägt uns durch‘s Leben? Wahrscheinlich findet jede/r da seine ganz eigenen Antworten. An alten Grabsteinen, manchmal auch an Häusern oder an Halsketten und Armbändern, ist hin und wieder eine Symbolik zu finden, die uns einen Dreiklang anbietet, der unser Leben wohltuend prägen kann: Kreuz, Anker und Herz. Seit alter Zeit wurden sie in Verbindung gebracht mit dem Bibelvers: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen!“

Vielleicht kennen Sie ihn... manche haben ihn möglicherweise als Konfirmations- oder Trauspruch mit auf ihren Lebensweg bekommen und manchmal wird er auch noch einmal an Gräbern wiederholt, weil er weit über den Tod hinaus weist.

Glaube – Liebe – Hoffnung: ein Dreiklang, der unser Leben begleitet und prägt, der, wenn er unser Leben durchdringt, Harmonie und Glück mit sich bringt. Was bedeuten nun die Symbole? Zuerst ist da das Kreuz, das Zeichen des Christentums. Unter dem Kreuz leben Christen bis heute – wir finden es in Kirchen, in Wohnzimmern, auf Gräbern, manche tragen auch eines als Schmuckstück um den Hals. Das Zeichen des Kreuzes erinnert uns an unseren Herrn Jesus Christus, der für uns am Kreuz gestorben ist. Sein Kreuz, eigentlich ein Schandmal, ist uns zum

Heilszeichen geworden, weil er die Sünde der Welt auf sich genommen und uns damit den Weg zu einem freien Leben eröffnet hat. So ist das Zeichen des Kreuzes ein Zeichen der Hoffnung und des Segens geworden. In unserem Dreiklang der Symbole steht das Kreuz für den Glauben – für unseren christlichen Glauben. Es will uns an die Kraft erinnern, die unser Glaube uns geben kann. Es will uns die Richtung für unser Leben vorgeben, in die wir uns ausrichten sollen. Es ist auch ein Zeichen der Gemeinschaft, weil Christen verschiedener Konfessionen – katholische, evangelische, freikirchliche, neuapostolische – sich unter dem Kreuz zusammenfinden, um in der Nachfolge Jesu zu leben. Das Kreuz ist also ein sehr wichtiges Symbol für uns.

Das zweite Symbol ist ein Anker, grün wie die Farbe der Hoffnung. Bei einem Anker denkt man zunächst an ein Schiff – und das ist gar nicht abwegig, denn niemand begibt sich mit dem Schiff auf See ohne die Hoffnung, an ein rettendes Ufer zu gelangen. Der Anker gibt Halt und Sicherheit, wenn er einen guten Ankergrund findet. Hoffnung ist eine Lebenskraft. Wer Hoffnung hat, der hat eine positive Grundeinstellung, der erwartet Gutes von dem, was kommt. Selbst, wenn sich ein Hindernis zeigt, ein Stein im Weg liegt – wer hofft, wird sagen: da wird sich schon ein Weg finden... Steinen kann man aus dem Weg gehen und Hindernisse sind dazu da, dass man sie überwindet. Wer Hoffnung hat, der sieht die Sonne auch dann noch, wenn sie sich hinter Wolken versteckt. Andersherum sieht jemand, der keine Hoffnung hat, alles schwarz und kann den Blick gar nicht mehr über sein Leid hinaus heben. Hoffnung ist eine wichtige Antriebskraft in unserem Leben, denn wer hofft, hat eine Aktie an der Zukunft. Und die Hoffnung braucht einen Grund, auf dem sie ankern kann – so wie der Anker eines Schiffes festen Boden braucht, um vor Anker zu gehen. Die christliche Hoffnung hat ihren Ankergrund im Glauben an den dreieinigen Gott, der uns ins Leben gerufen hat, der uns begleitet und leitet auf den Wegen unseres Lebens, der uns treu bleibt und tröstet in schweren Zeiten, der uns eine Perspektive gibt, die über unser Leben hier hinausweist.

Das dritte Symbol ist uns vielleicht das Liebste und Vertrauteste: das Herz. Es steht für die Liebe. Liebe brauchen wir alle zum Leben. Ohne Liebe geht nichts. Ohne Liebe kann kein Mensch gesund heranwachsen. Liebe ist im Normalfall auch ur- sächlich dafür, dass überhaupt ein Mensch zur Welt kommt. Lieben zu können ist die wohl wichtigste Fähigkeit, die Menschen zu Menschen macht. Wer liebt, sieht die Welt mit anderen Augen – nicht durch die rosarote Brille – das auch manchmal – aber vor allem ist es eine Weltsicht, die andere im Blick hat, die empathisch wahrnimmt, wie es dem anderen geht, was er braucht oder wünscht, was ihm gut tut. Liebe schafft eine Verbindung, die sogar über große räumliche und zeitliche Distanzen trägt. Liebe hat einen langen Atem. Liebe ist auch leidensfähig und dazu in der Lage, Schmerz zu überwinden. Wirkliche Liebe ist fähig zur Vergebung und bereit, sich aufzuopfern. Liebe ist tatsächlich eine höchst komplexe Angelegenheit.

Als der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth über die Liebe schrieb, hatte er allerdings nicht vorder- gründig die Liebe zwischen Menschen im Blick, sondern Gottes Liebe zu uns Menschen. Gottes Liebe, die diese Welt und uns ins Leben gerufen hat und die auf eine so harte Probe gestellt wird, wenn wir Hilfsbedürftigen Hilfe verweigern, wenn wir Wälder roden und Weltmeere mit Plastik und Abfällen vermüllen und es nicht schaffen, Konflikte friedlich zu lösen, wenn wir uns von ihm abwenden und selbstverliebt denken, wir würden das mit unserem Leben schon alleine schaffen. Gottes Liebe ist uns dennoch sicher, auch wenn sonst nichts sicher ist. Gottes Liebe ist geduldig und hat einen langen Atem. Gottes Liebe trägt uns, auch in schweren Zeiten. Viele Menschen, die vor uns hier gelebt haben, und sicher auch viele von uns, haben das selbst schon erfahren. Gottes Liebe ist uns Vorbild für unser menschliches Miteinander, auch wenn wir den hohen Ansprüchen, die der Apostel Paulus im Korintherbrief zusammenfasst, nur schwer genügen können. Aber der Wunsch, genau das zu schaffen, hat den 13. Vers mit dem Dreiklang „Glaube – Hoffnung – Liebe“ wohl zu einem der beliebtesten Trauspüche gemacht, zumal er ausdrücklich unterstreicht, dass der Liebe eine besondere Stellung zukommt – ja, die Wichtigste!

Lassen wir uns also erinnern an den Glauben, der uns Halt und Ziel geben kann; an die Hoffnung, die uns trägt und jeden Tag neu ermutigt und an die Liebe, die uns ins Leben rief und die uns Kraft gibt für jeden Tag.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Pfarrerin Christiane Schmidt