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>> Aktuelle Andacht Juni & Juli 2017

Herzlich willkommen

Chistiane_Schmidt_2017_1aUnsere Kirchengemeinde lebt in einer Stadt und in Gebäuden, die bis auf den heutigen Tag sehr von der Zeit der Reformation geprägt sind. Wir sind zu Hause in zwei Kirchen: der Stadtkirche St.Marien, die mit dem höchsten Turm von Torgau weit ins Land grüßt und seinerzeit als Hofkirche fungierte. In ihr wurden prunkvolle Hochzeiten gefeiert und wichtige Persönlichkeiten begraben, so die geliebte Gemahlin Johanns des Beständigen Herzogin Sophie von Mecklenburg. Zu ihrem Gedenken ließ der Kurfürst Lucas Cranach d.Ä. ein Altarbild mit den "14 Nothelfern" malen. Auch Katharina Luther geb. von Bora liegt in der Stadtkirche begraben. Die andere Kirche ist die berühmtere: die von Martin Luther am 5.10.1544 höchstpersönlich in Dienst genommene Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels, der erste protestantische Kirchenneubau überhaupt. Im Gebäude der "Alten Superintendentur" in der Wintergrüne 2, die 1529 als erste ihrer Art eingerichtet wurde und in der 1530 die "Torgauer Artikel" von Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen in Vorbereitung des Reichstages in Augsburg verfasst wurden, befinden sich heute unsere Gemeinderäume.

Unsere Gemeinde gehört mit ihren ca.1850 Mitgliedern zum Kirchenkreis Torgau-Delitzsch, dem einzigen Kirchenkreis der EKM (Evangelische Kirche Mitteldeutschlands) auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen.

Wir sind eine traditionelle Gemeinde mit Kinder-, Konfirmanden-, Jugend-, Erwachsenen und Seniorenkreisen. Einen besonders hohen Stellenwert hat bei uns die Kirchenmusik. Unser Kantor ist der 25. Nachfolger des "evangelischen Urkantors" Johann Walter, der 1526 in Torgau mit sangesfreudigen Bürgern eine Stadtkantorei gründete, die zum Vorbild des evangelischen Kantoreiwesens werden sollte. Noch heute singen (nicht nur) Torgauer in der Johann-Walter-Kantorei, im Küken- und im Kinderchor und helfen mit, die Tradition zu bewahren und lebendig zu halten. Dazu trägt auch das jährlich neu aufgelegte umfangreiche Konzertprogramm in unseren Kirchen bei.

Von Kurfürst Johann Friedrich, dem zeitlebens großen Unterstützer der Reformation, hat unsere Gemeinde das Leitmotiv übernommen: "Verbum Domini Manet In AEternum (VDMIAE) - Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit." (nach Jesaja 40,8)

Wir freuen uns über Ihr Interesse und bieten Ihnen auf dieser hompage weitere Informationen an. Natürlich würden wir uns auch über eine persönliche Begegnung freuen - wir laden Sie herzlich dazu ein!

Pfarrerin Christiane Schmidt


Andacht Juni & Juli 2017

Liebe Leserinnen und Leser!

Was wird uns dieser Sommer bringen? Die Kinder warten sehnsüchtig auf die Sommerferien und viele Erwachsene planen ihren Urlaub in die nähere oder gern auch weite Welt – endlich mal raus aus dem Alltagstrott! Endlich Zeit und Ruhe haben für Dinge, die man sonst nicht schafft! Endlich mal ausschlafen, durchatmen, ein gutes Buch lesen, einfach in den Tag hineinleben! Endlich mal etwas anderes sehen / hören / riechen /schmecken... Die Landwirte und Hobby-Gärtner – die Natur! - warten dringend auf Regen! Die Trockenheit in diesen Tagen ist beängstigend und manche/r fragt sich vielleicht, ob sich hier die Klimaerwärmung auswirkt und wir uns dauerhaft darauf einstellen müssen... Die Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus – es werden mehr und mehr kühne Reden geschwungen, aber kaum noch Entscheidungen getroffen, die unserem Land wirklich weiter helfen. Der Wahlkampf gewinnt an Schärfe, Polarisierungen und Polemik verdrängen Sachlichkeit und lösungsorientiertes Denken... Die Welt wartet auf Frieden und Gerechgkeit! Während viele ihren Urlaub gern am Meer verbringen, wird gerade dieses für Hunderte, die vor Armut und Krieg in ein besseres Leben zu fliehen versuchen, zum Grab. Und wo wird der nächste Terroranschlag unschuldige Menschen treffen, die einfach nur ihr Leben leben? Dieser Sommer ist weit davon entfernt, ein unbeschwerter zu sein, auch wenn wir, wie jedes Jahr, sicher mit Leidenschaft Paul Gerhardts „Sommerschlager“ singen werden. Auch zu seiner Zeit war die Welt kein Idyll – der 30jährige Krieg hatte weite Teile Europas vollkommen verwüstet. Und trotzdem schrieb er kurz nach Ende dieses verheerenden Krieges Zeilen, die die wunderbare Natur, die Gottes reiche Schöpfung preisen. Gleichzeitig ermahnt er alle Sängerinnen und Sänger, ihre Aufgabe in Gottes Schöpfung wahrzunehmen und zu Gottes Ehre zu leben. Damit korrespondiert der diesjährige Monatsspruch für den Monat Juni aus der Apostelgeschichte 5,29: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ Wenn wir uns diesen Spruch zu Herzen nehmen, könnte es sein, dass wir uns entscheiden müssen:
- dann müssen wir im Wahlkampf nach der Wahrheit suchen und dürfen nicht populistischen Parolen und vollmundigen Versprechungen folgen
- dann müssen wir uns für das Bleiberecht von Flüchtlingen einsetzen, weil Abschiebungen gegen die christliche Nächstenliebe verstoßen
- dann müssen wir uns stark machen für eine gerechtere Welt, denn nur, wenn auch in Afrika das Leben lebenswert ist, werden die Flüchtlingsströme versiegen
- dann müssen wir jeden Tag abwägen, ob unsere eigenen Pläne und Vorstellungen in Gottes großen Weltenplan passen, ob wir seinem oder doch eher unserem eigenen Willen folgen.
Der kommende Sommer wird in jedem Falle eine Herausforderung. Er fordert uns zu einem bewussten Leben heraus! Der Auftrag an uns könnte so beschrieben werden: Nimm dein Leben bewusst wahr und freue dich an dem, was dir von Gott geschenkt wird! Sei sorgsam mit deiner Umwelt und schone die Ressourcen! Genieße die Zeit der Ruhe und Entspannung und dann sei bereit, deine Kraft und deine Ideen einzusetzen für die Welt, in der du lebst! Vergiss diejenigen nicht, die deine Hilfe brauchen! Verliere niemals Gott aus den Augen und aus dem Herzen und lass dich nicht beeinflussen und mitreißen von einfachen Parolen, die menschenverachtend und nationalistisch sind! Klingt nach einem anstrengendem Sommer?! Nein, gar nicht! Genau genommen gelten die Herausforderungen für jeden Christenmenschen nicht nur im Sommer, sondern immer! Aber vielleicht haben wir im Urlaub neben der Zeit zur nötigen Erholung auch Zeit zum Nachdenken, zum Nachjustieren, zum Finden neuer Denkansätze und Vorhaben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen segensreichen und schönen Sommer!

Ihre Pfarrerin Christiane Schmidt